Archiv der Kategorie: RomKom

OLD GUY – Christoph Waltz Privat

Regie: Simon West

Besetzung: Christoph Waltz, Lucy Liu, Cooper Hoffman

DVD-Erscheinungsdatum: 14.03.2025

Endlich wieder ein Film mit Christoph Waltz. Über ein Jahr mussten wir warten und so sitzen wir gespannt in unseren Sesseln. Noch dazu hat er Lucy Liu und Cooper Hoffmann an seiner Seite, die ja auch keine Unbekannten sind. Das ganze Setting und der Trailer sehen nach einem packenden Actionfilm aus und wir haben das Popcorn bereit. Aber dann kommt alles ganz anders.

Stück um Stück wandelt sich der Actionfilm ins Private. Wir erleben den alternden Killer, der plötzlich entdeckt, dass es neben dem Töten auch noch das Leben gibt. Ähnlich unerwartete Entwicklungen macht auch die smarte Nachtclub-Betreiberin und der hochgelobte Jung-Killer. Was am Anfang noch staksig und pubertär daherkommt wird mit immer härteren Aufgaben und Misserfolgen leiser und persönlicher.

„Old Guy“ wird, wie im Film wohl auch von vielen Zuschauern, oft falsch interpretiert. Wenn man ihn als reinen Actionfilm sieht, dann wird er zum Ende hin vermutlich enttäuschend. Lässt man sich aber auf die Figuren und Entwicklungen ein, so entdeckt man viele Zwischentöne und Blicke, die auf eine neu gefunden Tiefe der Charaktere und deren Beziehungen zueinander hinsteuern.

So ist das Ende wohl eher ein neuer Anfang eines anderen Lebens nach dem Töten. Das ist eine schöne Metapher und es macht Freude dies mitzuerleben. Somit einfach darauf einlassen und genießen.

Verrückt nach ihm – Bridget Jones kommt wieder in unser Leben

Regie: Michael Morris

Besetzung: Renée Zellweger, Chiwetel Ejiofor, Leo Woodall, Jim Broadbent, Colin Firth, Hugh Grant

Erscheinungsdatum: 27.02.2025

Trailer: https://youtu.be/OluDvoaTcec?feature=shared

Wie lange ist es her, dass wir den ersten Bridget Jones Film gesehen haben? 21 Jahre?!? Kann das sein? Es war doch gerade erst gestern und wir stehen doch noch voll im Leben!!!

(from left) Shazzer (Sally Phillips), Tom (James Callis), Bridget Jones (Renée Zellweger) and Jude (Shirley Henderson) in Bridget Jones: Mad About the Boy, directed by Michael Morris.

Ja so ist das, wenn die Personen aus einem seiner Lieblingsfilme in den neuen Filmen älter werden. Es wird einem liebevoll klar, dass man schon reifer geworden ist und Bridget Jones ist es auch. Zumindest äußerlich. Innerlich gibt es da noch so einiges zu tun und an guten Ratschlägen von Freunden, Verwandtschaft, Ärzten und Briefträgern mangelt es nicht. Aber das alles ist nicht soooo einfach.

Renée Zellweger as Bridget Jones in Bridget Jones: Mad About the Boy, directed by Michael Morris.

Wir befinden uns hier im dem zweitschwierigsten Genre der Filmindustrie, nämlich in einem Liebesfilm. Eine Tragödie ist im Vergleich einfach. Bei einem Liebesfilm ist der Grat zwischen Kitsch und wahren Gefühlen nämlich sehr sehr schmal. Die Dosis, der Rythmus, die Dauer und vor allem auch die Freude muss hier perfekt ausgewogen sein, damit es ein leichter und doch hochwertiger Genuss wird. Das ist alles andere als trivial.

(from left) Bridget Jones (Renée Zellweger) and Roxster (Leo Woodall) in Bridget Jones: Mad About the Boy, directed by Michael Morris.

Ein hervorragender Helfer ist hier der britische Sarkasmus und die Verrücktheit der Insel. Sie macht die Charaktere liebenswert und verhindert Überzuckerung. Besonders großartig ist hier Hugh Grant über seine lange Schauspielkarriere gereift. Wie schon als Oompa Loompa bei Wonka ist er phantastisch uneitel und denoch ein Poser vor dem Herrn. Das ist wahrlich erfrischend.

(from left) Daniel Cleaver (Hugh Grant) and Bridget Jones (Renée Zellweger) in Bridget Jones: Mad About the Boy, directed by Michael Morris.

Am spannendsten ist aber Bridget selbst. Renée Zellweger lebt diese Rolle so sehr, dass die Grenzen teilweise verschwimmen. Das ist Gold für diesen Film. Wir erleben fast wie in einer Reality-Show die Entwicklung von Bridget zu ihrem neuen Ich. Das ist berührend, kitschig (aber nicht zu viel), witzig und vor allem Bridget Jones. In Amerika lief der Film zum Valentinstag und genau da ist er zu 1.000 Prozent passend an anderen Tagen zu 100 Prozent. Viel Romantik auf hohem Niveau.

Renée Zellweger as Bridget Jones in Bridget Jones: Mad About the Boy, directed by Michael Morris.

Ein Glücksfall – Woody Allen überrascht uns wieder mal

Regisseur: Woody Allen

Darsteller: Lou de Laâge, Valérie Lemercier, Melvil Poupaud, Niels Schneider

Erscheinungsdatum: 11.04.2024

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=QP8SpsXFy4E

Oh ja, er ist wieder da. Derjenige, der uns schon so oft durch Geschichten, Realitäten und Absurditäten geführt hat: Woody Allen. Wohl jeder von uns hat seine Glücks- und Schreckensmomente mit Mr. Allen und nennt ihn gerne Woody. Es ist oft eine persönliche Beziehung mit seinen Welten, in die er uns nur zu gerne mitnimmt. Dabei wird es auch manchmal ein wenig zu persönlich. Vor allem in der Zeit als er selbst große Teile der Filme selbst als Darsteller ausfüllte.

Ganz anders ist es aber in „Ein Glücksfall“. Schon seit längerem hat Woody seinen Weg in schöne reiche Umgebungen gewählt, welche dann langsam, aber unaufhaltsam abblättern. Dabei beginnt alles so positiv. Fanny und Jean sind ein Traumehepaar mit viel Geld und keinen Sorgen. So schön kann ein Leben sein, wenn man ausgesorgt hat. Dann trifft Fanny aber ihren alten Schulfreund Alain zufällig auf der Straße. Nachdem Sie hier zuerst zögerlich ist, erweist sich aber auch dieses Treffen als Glücksfall, steht aber in Konflikt mit dem ersten Glücksfall. Weitere Glücksfälle folgen, machen aber vieles noch schlimmer.

Es ist faszinierend, wie hier das eine Glück zum Unglück des anderen Glücks wird. Dabei ist nichts schwarz und weiß, sondern eher grau bis düster und auch mal naiv. Die Gefühle schwanken hin und her. Scheinbare Lösungswege funktionieren und gehen dann doch schief. Oder doch nicht. Das ist spannend und so vergeht die Zeit in „Ein Glücksfall“ wie im Flug. Nur der letzte Glücksfall ist ein kleiner Wermutstropfen. Aber das entscheidet ja jeder für sich selbst.