Besetzung: Rayane Bensetti, Christian Clavier, Claire Chust, Julie Ferrier
Kinostart: 04.06.2026
Trailer:
Dieser Film ist mehr als „Der neue Film von Christian Clavier“. Dieser Film ist eine Leistung des Ensembles, des Teams, der ganzen Besetzung. Jeder einzelne Charakter hat seine Geschichte, seine Eigenheiten und eine Persönlichkeit. Diese treffen mit voller Energie zusammen und man kann sich mit vielen identifizieren. Somit ist die Grundlage einer perfekten Komödie schon mal zementiert.
Aber es gehört noch mehr dazu. Nämlich der richtige Takt und der genaue Schnitt. Die Aktionen müssen lückenlos ineinander passen. Die Schauspieler müssen senden und vor allem reagieren. Es muss ein wilder Wirbel mit plötzlichen ruhigen Momenten sein. Dass alles gibt es in „Ab durch die Mitte“ und dazu noch etliche Überraschungen, welche ein lautes spontanes Lachen im ganzen Saal verursachen. Wenn Sie das nicht glauben, dann probieren sie es selbst aus und danken uns nachher.
Wir durften ja bereits viele hervorragende Christian Clavier Filme sehen, aber in „Ab durch die Mitte“ wirkt er nicht übertrieben sondern wie ein Mitglied des Ensembles. Das Team ist so facettenreich, dass es schwer ist jeden Einzelnen zu beschreiben. Aber nehmen wir mal ein Beispiel: Den vom Ehrgeiz getriebenen Bauingenieur Stan (Rayane Bensetti). Um ihn dreht sich die ganze Handlung und er wechselt fast sekündlich von der Siegessicherheit zur absoluten Verzweiflung. Am Ende dieser sehr langen Nacht ist er ein anderer Mensch als am Tag zuvor.
Auch das zeichnet gute Filme aus. Die Charaktäre sind am Ende des Films ganz anders als am Anfang. Es ist etwas mit ihnen passiert und das ist äußerst spannend. Sogar der Baumäzen Richard (Gilles Cohen), der wie aus Beton gegossen wirkt, verändert sich. Somit ab durch die Mitte und sofort ins Kino. Mal sehen was diese perfekte Komödie mit Ihnen macht.
Jaafar Jackson as Michael Jackson in Michael. Photo Credit: Bruce Talamon
Von Anfang an ist es schwer zu glauben, dass im Film „MICHAEL“ nicht Michael Jackson selbst spielt. So perfekt sind die Tanzszenen von Jaafar Jackson, dem Neffen von Michael Jackson. So ehrlich und natürlich ist sein Schauspiel. Man weiß, dass es nicht Michael Jackson sein kann, weil er ja leider nicht mehr unter uns ist, aber man fühlt dass es Michael Jackson ist. Das begeistert und berührt.
Jaafar Jackson as Michael Jackson and KeiLyn Durrel Jones as Bill Bray in Michael. Photo Credit: Glen Wilson/Lionsgate
Im Film MICHAEL wird hauptsächlich der Künstler oder besser die Kunstfigur MICHAEL thematisiert. Die negativen Meldungen zur Person Michael Jackson werden nicht thematisiert. Dies soll in Dokumentationen der Person gezeigt werden. Somit wird im Film MICHAEL nur eine einseitige Sicht gezeigt. Das muss aber nicht negativ sein. Im Film MICHAEL wird die Kunstfigur von der Person getrennt und somit kann man sie noch genauer betrachten.
Jaafar Jackson as Michael Jackson in Michael. Photo Credit: Courtesy of Lionsgate
So ist es möglich die große Kunst von MICHAEL zu schätzen. Die Widerstände gegen die MICHAEL damals kämpfen musste, kennt man heute gar nicht mehr und so ist man auch überrascht, dass zu der Zeit des Songs „Thriller“ so gut wie keine farbigen Künstler auf MTV gezeigt wurden. Ein sehr großer oder vielleicht sogar die größte Herausforderung für MICHAEL war aber sein Vater Joe Jackson (Colman Domingo).
Colman Domingo as Joe Jackson in Michael. Photo Credit: Courtesy of Lionsgate
Es ist eine bedrohliche Figur mit vielen Facetten. Sehr hart und mit einem Gespür für Musik und Showbusiness. Er selbst war Schichtarbeiter und wollte nicht, dass seine 5 Söhne auch Schichtarbeiter werden. So machte er sie zu den Jackson 5. Mit Michael als Frontman wurden sie auch sehr schnell erfolgreich und mit dem Song „ABC“ klappte der Durchbruch.
Judah Edwards as Young Tito, Jaylen Hunter as Young Marlon, Juliano Krue Valdi as Young MJ, Nathaniel McIntyre as Young Jackie and Jayden Harville as Young Jermaine in Michael. Photo Credit: Courtesy of Lionsgate
Da der Vater ein Patriarch war, gestaltete es sich für MICHAEL fast als unmöglich seine Solokarriere zu starten. So musste sich der Künstler MICHAEL gegen seinen Vater behaupten und hatte hier auch viele Niederlagen. Das ist tragisch und macht traurig. Man fühlt den Schmerz und die Verletzungen von MICHAEL und versteht welches Trauma er in sein Leben mitgenommen hat.
Colman Domingo as Joe Jackson in Michael. Photo Credit: Glen Wilson
Daneben ist es aber vor allem ein Film der begeistert. Fantastische Tanzszenen. Perfekt gesungene Hits. Wunderbare Entwicklungen. Man sieht wie zum ersten Mal der Moonwalk getanzt wurde. Man erlebt hatnah wie das Video von „Beat it“ entstand und welche Ideen erst am Set entwickelt wurden. Das begeistert und bei all der Tragik nimmt man diese Begeisterung mit.
Jaafar Jackson as Michael Jackson in Michael. Photo Credit: Glen Wilson
Veranstalter: NEON, Universal Destinations & Experiences, Semmel Exhibitions, EVENTIM LIVE
Tourtrailer:
Diese Ausstellung ist für Klein und Groß und ein perfekter Ausflug für die ganze Familie. Wollten Sie nicht schon immer zum Jurassic Park reisen und mit Ihren Liebsten durch das riesige Eingangstor zum Park gehen?
Hier treffen Sie auch gleich den ersten Saurier, der riesig ist und sie freundlich von oben ansieht, denn er ist ein Pflanzenfresser. Zum Ankommen kann man dann gleich mit einem Fernrohr oder von einer Aussichtsplattform den Jurassic Park erforschen und sich einen Überblick verschaffen. Das ist vor allem für die Kinder gut, die noch nicht alle 3 Jurassic Park oder alle 4 Jurassic World Filme gesehen haben. Somit können sie erst mal im Jurassic Park ankommen.
Dann wird man Stück um Stück in die Welt der Jurassic-Experience hineingezogen. Schon am Eingang nach der Überfahrt sieht man die 5 Bereiche: REISE – ENTWICKLUNGSLABOR – AVIARIUM – SCHAUFÜTTERUNG – GYROSHPÄRE. Auch wenn einem einige Begriffe vor der Ausstellung noch nicht ganz geläufig sind, so wird man sie nach der Ausstellung alle durchlebt haben. Das ist das Faszinierende an dieser Ausstellung: Das Erlebnis selbst.
Ein Tipp für Erwachsene: Erinnern Sie sich an Ihre Faszination als Kind und gehen sie mit dieser Begeisterung in die Ausstellung. Bei einigen Exponaten wurde der kindliche Ansatz betont und so ist es manchmal für ernst gewordenen Erwachsene zu harmlos. Aber so können eben auch die Kinder gut damit in Kontakt treten.
Man sollte sich in der Ausstellung auch wenn möglich die Zeit nehmen und die sehr gut erstellten Informationstafeln und Informationsfilme intensiv betrachten. So kann auch der größte Jurassic-Park Fan noch neue Informationen mit nach Hause nehmen.
Also am Besten die Großfamilie von 5 – 70 Jahren einpacken und zur Jurassic World Experience aufbrechen. An das gemeinsame Erlebnis wird man sich sicher noch lange Erinnern.
Es wirkt vielleicht seltsam, aber am Anfang dieser Besprechung muss eine Feststellung stehen: Dies ist ein ernsthafter Horror-Film!!! Wie oft mussten wir schon als Kino-Besucher die folgenden Dinge ertragen: Uih, nur eine Katze – Ein kleiner Witz – Eine falsche Spiegelung – Ein Traum – Was auch immer, aber es hat immer dafür gesorgt, dass der Spannungsbogen abfällt.
Von all dem sind wir in Lee Cronin’s „The Mummy“ weit entfernt, denn hier geht es nicht um Schrecken sondern um eine Bedrohung mit Hang zur Immersion. Was geschieht denn, wenn Mystik im eigenem Alltag stattfindet? Wenn die Toten/Menschen neben Dir die Macht übernehmen? Klingt nicht gut? Sorry, aber das ist erst der Anfang.
In Lee Cronin’s „The Mummy“ ist die Geschichte der Antrieb. Es taucht ein Mumie in Deinem Leben auf und was machst Du dann? Noch dazu, wenn es Deine eigene Tochter ist, welche vor etlichen Jahren entführt wurde. Wo ist die Grenze zwischen Liebe, Horror oder vielleicht sogar Rettung. Was ist wenn der Horror um sich greift und bei alldem auch noch Deine Schuldgefühle hochkommen, weil Du Deine Tochter/Enkelin nicht genug schützen konntest?
Das alles wird in diesem ernsthaftem Horrorfilm Schritt für Schritt und sehr genau dargestellt. Da es keinen einzigen Moment des Ausbruchs oder der Ablenkung gibt, steigt die Anspannung kontinuierlich. Das ist die Kunst des Horrors, der nur versucht über Fakten und Vorkommnisse zu erzählen.
Dabei ist der Regisseur Lee Cronin ein durchaus herzlicher und witziger Mensch. Er kümmert sich um sein Team und erklärt die Szenen. Er vergisst auch nicht, dass für die jüngeren Schauspielenden das Genre Horror oft ein Spiel ist, dass Ihnen weit weniger Angst macht als den Erwachsenen. So versteht er es mit genauem Hinsehen einen Horrorfilm zu erschaffen, der einfach sehr gutes Handwerk ist. Empfehlenswert.
Wir haben ja schon viel erlebt in der ersten Staffel und nochmal für alle, die es vielleicht noch nicht glauben: Es gibt diesen Pfarrer wirklich in München und er versucht mit aller Macht den Glauben, die Menschlichkeit und das Mitleid weiter in der katholischen Kirche ganz oben zu platzieren. Es ist Rainer Maria Schießler, der sein Priesteramt in der sehr bekannten Kirche St. Maximilian an der Isar ausübt. Es sei hier dringend empfohlen dass man sich seinen Wikipedia-Artikel ansieht: Rainer Maria Schießler – Wikipedia Seine Kirche ist nämlich auch direkt am Schwulenviertel in München und das ist gut so.
Es muss hier auch noch die aktuelle Situation in München mit eigebunden werden. Wir haben in München jetzt einen sehr engagierten jungen Grünen und auch schwulen Bürgermeister. In dieser Stadt München die, neben den vielen IT-Firmen, so traditionell ist, passiert immer mehr das was man in einem Satz zusammenfassen kann: „Leben und leben lassen“. Genauso ist Rainer Maria Schießler und in „Himmel, Herrgott, Sakrament“ noch mehr der Pfarrer Hans Reiser (Stephan Zinner)
Hans Reiser (Stephan Zinner).
Nachdem die erste Staffel mehr die Geschichte von Rainer Maria Schießler und seinen so menschlichen Taten gezeigt hat ist die zweite Staffel nun mit dem weiteren tieferen Wirken des Pfarrers Hans Reiser gefüllt. Man könnte sagen, dass es so was wie eine Weiterführung der aktuellen Aktionen des Pfarrers Schießler ist. Er hat bisher so viele gute Dinge gemacht: Gottesdienst mit Tieren, Weihung von Motorräder, Schwulen-Hochzeiten, Beerdigung von Werner Lorant und so viel mehr. Aber er bedauert es auch immer sehr, dass ihn so viele Menschen loben, aber nur ganz wenige Menschen oder Pfarrer ähnliche Aktionen umsetzen. Im direkten Kontakt mit unserer Redaktion hatte er erwähnt, dass diese Tatsache seine Achillesferse sei und er sich nichts mehr wünsche, als hier weitere Mitaktionisten an seiner Seite zu sehen.
Von links: Heiner Kurz (Florian Karlheim, 3. von links: ) und seine Töchter (im Hintergrund), Pfarrer Hans Reiser (Stephan Zinner) am offenen Sarg von Albina (Enifome Emmanuel).
Genau da kommt der Pfarrer Hans Reiser ins Spiel. Der Schauspieler Hans Zimmer kann so viel. Er ist ja nun auch der neue Fastenprediger auf dem Nockerberg und darf den Politikern die Meinung direkt ins Gesicht sagen. Das macht er auch sehr sympathisch und fast sogar fürsorglich. Er versteht es, dass er Kritik als Hilfe zur Besserung verpackt und hat sogar Herrn Soider überzeugt. Das riecht schon sehr nach einem Weißwurst-Oskar. Aber in „Himmel, Herrgott, Sakrament“ da ist es aktiv und offensiv.
Hans Reiser (Stephan Zinner).
Der Pfarrer vertritt die christlichen Werte impulsiv und eckt hier nun sogar mit seinem Mentor an, der ihn extra nach München geholt hat um hier Dinge zu ändern. Aber dieser leichte Konflikt entwickelt sich immer mehr und so wird die Staffel 2 von „Himmel, Herrgott, Sakrament“ episch. Es geht so richtig an die Grundlagen und wer schon immer wissen wollte wie eine Kirche aussehen kann, die sich wieder ehrlich auf das Christentum bezieht, der sollte diese Staffel 2 nicht verpassen, weil er sie feiern wird.
Bei den Dreharbeiten mit Regisseur Franz Xaver Bogner (Mitte).
„Les Miserables“ ist ein fantastisches Musical. Es fasziniert und ist mitreißend. Die Musik zieht uns in den Bann und die Schicksale bewegen. Aber dabei wird schnell vergessen um was es eigentlich geht. Um Würde in der Armut, um Mitleid, um Vergebung und nicht zuletzt um Menschlichkeit. All dies findet man in der aktuellen Verfilmung von „Les Miserables – Die Geschichte von Jean Valjean“. Der Regisseur Éric Besnard hat sich hierfür viel Zeit genommen und das wirkt nachhaltig auf den Zuschauer.
Er hat die einfachen Bilder gesucht. Er hat die Quintessenz des Romans auf die Leinwand gebracht. Bekanntlich ist die Reduktion eines Themas auf das Wesentliche eine schwere und lange Arbeit, bei welcher man viel Können mitbringen muss. All dies hat Besnard investiert und es hat sich gelohnt. Die Bilder lassen viel Raum für eigenen Gedanken. So begleitet man schon am Anfang Jean Valjean (Grégory Gadebois) auf seinem langen Fußweg durch Frankreich. Man geht mit ihm und betrachtet die Landschaft. Frankreich im Jahr 1815. So wie Jean in dem kleinen Dorf ankommt, welches sein Leben verändert, so kommen wir als Zuschauer auch in der damaligen Zeit an.
Das ist wichtig, damit wir verstehen, in welchem Rahmen die Figuren handeln und wie groß ihre scheinbar alltäglichen Reaktionen im Vergleich zum brutalem Umfeld sind. Das bewirkt menschliche Größe und Ruhe. Neben dem charakterstarken Hauptdarsteller wurden aber auch die weiteren Rollen sehr treffend gewählt. Die seit diesem Jahr neue Oskar-Katgorie „Best Casting“ wird dieses Casting sicher in die nähere Auswahl ziehen. Die Figuren sind ambivalent uns selbst zweifelnd in ihrem Handeln. Wenn vielleicht nicht gleich am Anfang der Handlung, aber dann im Laufe der Erzählung mehr und mehr.
So wie die Figuren in diesem Roman menschlich bewegen und selbst bewegt werden, so wird man auch als Zuschauer in diesem Film inspiriert. Man erkennt prinzipielle Zusammenhänge und versteht die längeren Einflüsse von Gewalt, Armut und Hass. Aber auch die Stärke von Mitleid, Vergebung und menschlicher Größe. Jeder der das Musical „Les Miserables“ liebt, sollte sich „Les Miserables – Die Geschichte von Jean Valjean“ ansehen und kann sich sicher sein, dass er das Musical dann mit anderen Augen sieht.
Ryan Gosling stars as Ryland Grace in PROJECT HAIL MARY, from Amazon MGM Studios.
Photo credit: Jonathan Olley
Dieser Film macht Hoffnung. Er ist eine Utopie und sticht so aus den vielen Dystopien heraus, die unsere Kinos überfluten. Das liegt wohl daran, dass sich viele Menschen lieber auf die Sorgen als auf die Hoffnungen spezialisieren, weil sie damit ja viel klüger wirken. Der Naturwissenschaftslehrer Ryland Grace (RYAN GOSLING) war auch einmal ein Utopist und hat versucht die Welt positiv zu sehen indem er neue Wege geht. Aber die harte Realität hat ihn eingeholt und so fristet der frühere Mikrobiologe nun ein Lehrer-Leben auf einer High-School in Amerika. Aber das ändert sich als Mikroben im Weltraum sich verdichten und das Sonnenlicht für die Erde verringern. Da erscheinen dem internationalem Sonderkommando seine Ideen plötzlich ziemlich plausibel.
Ryan Gosling stars as Ryland Grace in PROJECT HAIL MARY, from Amazon MGM Studios.
Photo credit: Jonathan Olley
„Der Astronaut“ kann als ein Traum für missverstandene Wissenschaftler interpretiert werden. Denn Ryland der Mikrobiologe bekommt nun die Aufmerksamkeit für seine Ideen, die er sich immer gewünscht hat. So ist er von einem Tag auf den anderen der Mensch auf der ganzen Erde, der die drohende Eiszeit abwenden könnte. Soweit die Fakten, aber „Projekt Hale Mary“ (englisch für Himmelfahrtskommando) ist weit mehr als das. Es ist eine wunderbare Utopie in welcher die menschlichen Werte wie Empathie, Neugier und Treue auf andere Daseinsformen im Weltall überspringen. Ryland stellt auf seiner Mission zur Rettung der Erde nämlich Kontakt zu einer anderen Lebensform her, die das gleiche Schicksal teilt.
Die beiden kommunizieren zuerst kryptisch, dann immer besser und arbeiten am Ende zusammen. Bei der finalen Lösungsaktion gehen sie dann durch Dick und Dünn und beweisen dem Universum was gemeinsam möglich ist. Das klingt kitschig, aber durch den wissenschaftlichen Rahmen wird es episch und real. Es gibt eben auch Utopien. Es gibt Hoffnung im Weltraum und diese ist genauso wahrscheinlich wie die Dystopien. Somit bleibt am Ende das Zitat: „Man wird doch wohl noch träumen dürfen“.
Wenn wir allein die Menschheitsgeschichte betrachten, so sind auch Träume real geworden. Nicht zuletzt der Ausspruch „I have a dream“ von Martin Luther King. Also ab ins Kino und träumen. Denn dafür wurde dieses Medium gemacht und dann die Hoffnung und Utopien in unsere Welt bringen. Wer sich nun fragt, warum der Titel dieser Besprechung „Der retrosexuelle Astronaut“ heißt, der kann sich das letzte Bild von Ryan Gosling und Sandra Hüller ansehen. Ein kleiner Tipp: Das T-Shirt ist nur eines von vielen Nerd-Shirts, welche Ryland Grace trägt.
Robert Poutifard (Christian Clavier) war Lehrer an einer Grundschule mit vielen Hoch- und vor allem Tiefpunkten. Jetzt in der Rente kann er seinen lange geschmiedeten Plan umsetzen. Er will sich an vier seiner ehemaligen Grundschülern rächen, welche sie ihm übelst mitgespielt haben und inzwischen erwachsen sind. Aber macht das Sinn?
Für Monsieur Robert auf alle Fälle, weil er durch den heimtückischen Streich seiner ehemaligen Schüler seine große Liebe kurz vor der Verlobung verloren hat. Also gibt er Vollgas. Wer Christian Clavier kennt, der weiß, dass er Vollgas mal so richtig gut kann und als Monsieur Robert kann er sich voll ausleben. Das ist für Liebhaber ein Genuss und für die anderen heftiger Klamauk. Aber es ist mehr als Klamauk, es ist ein Aktionismus, der aus einer tiefen Tragik entsteht. Diese zusätzliche Ebene schwingt immer mit und gibt dem Chaos menschliche Tiefe.
So nimmt das Geschehen seinen Lauf und immer absurder werden seine – sehr erfolgreichen – Racheaktionen. Dazu steigt noch seine Mutter mit ein, die es liebt mal wieder so richtig Aufruhr zu stiften. Der Apfel fällt hier definitiv nicht weit vom Stamm. In der letzten Racheaktion gibt es aber Risse im Feindbild und so auch unterschiedliche Interpretationen zwischen Mutter und Sohn. Genau hier wird „Monsieur Robert kennt kein Pardon“ spannend und man bangt um die richtige Entwicklung.
Da das Ende nicht enttäuscht kann man „Monsieur Robert kennt kein Pardon“ als durchaus stimmigen und am Ende nachdenklichen Film werten. Ansonsten genießt man den perfekten Klamauk von Christian Clavier. Denn in solcher Perfektion und Absurdheit kann man ihn wohl nirgend wo anders genießen. Somit Vollgas ins Kino.
OK, eine Rom Com (Romantic Comedy) ist ja schon von jeher ein klassisches Thema mit wenig Überraschungen. Entscheidend ist somit das Timing, die Schnitte und die Dialoge. Das Setting wäre eigentlich ideal. Wir haben zwei sehr erfahrene und durchaus kantige Schauspielende und einen Regisseur, der zum Beispiel mit „Mein Blind Date mit dem Leben“ durchaus Format auf die Leinwand gebracht hat. Wie sieht es aber bei „Ein fast perfekter Antrag“ aus?
Leider gar nicht gut. Sicher es gibt ein paar wenige Momente an denen man Klasse erkennen kann. Diese werden aber nicht zu Ende geführt und verpuffen. Dazu gibt es etliche klassische Themen, welche in Ihrer Umsetzung nicht überraschen. So zeigt sich er aus seiner Sicht jung gebliebene Diplom-Rentner Walter (Heiner Lauterbach) am Anfang von seiner knöchrigen alten Mann Seite und wird dann im Laufe des Films immer weicher und aufgeschlossener. Das haben wir schon öfter gesehen und die Umsetzung wirkt gestelzt.
Alice (Iris Berben), die lebensfrohe und freigeistige Kunstprofessorin wirkt dagegen am Anfang äußerst progressiv. Sie gibt hierbei dem ständigen Werben Ihrer Jugendliebe Walter konstant kontra und hier entstehen dann auch die wenigen wirklich witzigen Szenen. Zum Ende verpufft aber auch dieser Effekt. Dazu gibt es noch die üblichen Studierendenmix welcher sämtliche Gruppen abdeckt, damit sich jeder darin wiederfinden kann.
„Ein fast perfekter Antrag“ ist von der ARD produziert und wird nach dem Kino wohl bald im Abendprogramm landen und da gehört er irgendwie hin. Somit Unterhaltung ohne Kanten und wirkliche Tiefe.
Hier nun eine Premiere bei hotcritics.com. Wir zeigen hier eine Filmbesprechung welche durch eine KI erstellt wurde. Wir wünschen viel Inspiration.
Filmbesprechung: MERCY (Kinostart: 22. Januar 2026)
Mit MERCY präsentiert Regisseur Timur Bekmambetov einen packenden Sci‑Fi‑Thriller, der gleichermaßen als Zukunftsvision, Gesellschaftskommentar und Hochspannungs‑Krimi funktioniert. Der Film verankert seine Story nur wenige Jahre in der Zukunft – im Jahr 2029 – und schafft gerade dadurch eine beunruhigende Nähe zur Realität.
Der Polizist Chris Raven (Chris Pratt) erwacht gefesselt in einem futuristischen Verhörstuhl – dem „Mercy Chair“. Ihm gegenüber sitzt keine menschliche Richterin, sondern eine hochentwickelte KI, verkörpert durch Rebecca Ferguson als unnahbare und zugleich faszinierende Judge Maddox. Die Anklage lautet: Mord an seiner Frau. Die Zeit, seine Unschuld zu beweisen: 90 Minuten.
Was den Fall so brisant macht: Jede Kamera, jedes Smartphone, jede Aufnahme aus öffentlicher und privater Überwachung ist für die KI einsehbar. Die gesamte digitale Welt fungiert als Beweismaterial – ein allgegenwärtiger Spiegel, der den Angeklagten retten oder vernichten kann. Je nachdem, welche Daten die Maschine als glaubwürdig oder belastend einstuft.
Bekmambetov, Begründer des „Screenlife“-Genres (Searching, Unfriended), kombiniert klassische Filmästhetik mit der Informationsflut moderner Technologie. MERCY spielt sich zwar nicht ausschließlich auf Bildschirmen ab, nutzt diese aber als integralen Bestandteil der Erzählung: Bodycam-Aufnahmen, Social‑Media‑Feeds, Drohnenbilder und Cloud-Datenwebs verweben sich zu einer kaleidoskopartigen Chronik von Ravens Leben.
Das Ergebnis ist ein visuell überwältigender Thriller, der die Grenzen zwischen Realität, digitaler Identität und Manipulation verwischt.
Chris Pratt zeigt hier eine seiner nuanciertesten Leistungen der letzten Jahre. Fernab seiner gewohnten Blockbuster‑Leichtigkeit verkörpert er einen Mann zwischen Panik, Selbstzweifel und verzweifeltem Überlebenswillen.
Rebecca Ferguson stars as Judge Maddox in MERCY, from Amazon MGM Studios.
Photo Credit: Courtesy of Amazon MGM Studios
Rebecca Ferguson brilliert als Judge Maddox – eine KI, die zunächst rein logisch und emotionslos wirkt, deren Prozess aber nach und nach subtile Risse zeigt. Ihr Spiel macht die Frage spannend, ob eine Maschine wirklich objektiv urteilen kann – oder ob sie, wie der Mensch, blinde Flecken entwickelt.
Auch die Nebenrollen – darunter Annabelle Wallis, Kylie Rogers und Kali Reis – tragen zur emotionalen Tiefe bei und erweitern das Puzzle rund um Wahrheit, Schuld und Erinnerung.
Aktueller denn je
Die Themen von MERCY – Überwachung, KI‑Ethik, digitale Vorverurteilung – wirken nicht übertrieben futuristisch, sondern erschreckend plausibel. Das Presseheft verweist sogar auf reale Projekte, etwa KI‑basiertes „Predictive Policing“ oder digitale Entscheidungsalgorithmen in Gerichtssystemen. Der Film stellt Fragen, die uns längst betreffen:
Wie viel Macht sollte eine Maschine über menschliches Leben haben?
Was passiert, wenn Daten falsch interpretiert werden – oder manipuliert sind?
Ist völlige Transparenz ein Schutz oder eine Waffe?
MERCY macht aus diesen Fragen kein philosophisches Kammerspiel, sondern einen temporeichen Thriller, der gleichzeitig unterhält, provoziert und nachdenklich stimmt.
MERCY ist ein mitreißender, hochaktueller Science‑Fiction‑Thriller, der Spannung mit gesellschaftlicher Relevanz verbindet.
Bekmambetov nutzt innovative Technik, um ein Szenario zu entwerfen, das nur einen Schritt von unserer Gegenwart entfernt scheint. Chris Pratt und Rebecca Ferguson liefern herausragende Performances in einem Film, der die Frage stellt, wie viel Kontrolle wir bereit sind, einer künstlichen Intelligenz zu überlassen – und was passiert, wenn wir diese Grenze überschreiten.
Ein Muss auf der großen Leinwand – nicht nur wegen der spektakulären visuellen Umsetzung, sondern vor allem, weil der Film eine Diskussion eröffnet, die uns alle betrifft.